Pilot Füller Falcon schwarz (EF)
Der Pilot Falcon ist ein Füllfederhalter mit einer Feder, die dem Strich tatsächlich nachgibt – nicht im übertragenen Sinne, sondern physisch: Die 14-Karat-Goldfeder mit Rhodium-Beschichtung öffnet sich unter Druck und erzeugt breitere Linien auf dem Abwärtsstrich, federt beim Aufwärtsstrich zurück zu ihrer Grundstärke. Der Schaft aus lackiertem Stahl trägt eine seidenmatte, schwarze Hochglanzoberfläche mit rhodinierten Zierdetails. Erhältlich in den Federstärken EF (Extra Fein) und F (Fein) – beide in japanischer Feinheit, die europäischen Maßstäben gegenüber eine Stufe feiner ausfällt.
Besonderheiten
- Weiche 14-Karat-Goldfeder, rhodiniert: Die Federschenkel spreizen sich bei erhöhtem Druck auf dem Abwärtsstrich und kehren beim Loslassen in ihre Ausgangsbreite zurück. So entsteht Strichvariation direkt aus der Handbewegung heraus, ohne Federvorbereitung oder Einstellungen.
- Falkenform der Feder: Die Silhouette der Feder ist dem Schnabel eines Falken nachempfunden – dieser geschwungene Schliff ist kein dekoratives Detail, sondern Voraussetzung für das weiche, nachgiebige Schreibverhalten.
- Federstärke EF – feinste Grundlinie, stärkste Strichvariation: Die EF-Feder legt im Normalschreiben eine haarfeine Linie, gibt beim Flexen aber deutlich sichtbare Breitenunterschiede ab – die ausgeprägteste Strichvariation aller Falcon-Federstärken.
- Federstärke F – feine Linie, gleichmäßiger Tintenfluss: Die F-Feder schreibt spürbar glatter als die EF, produziert weniger Papierreibung und eignet sich für längeres tägliches Schreiben mit kontrollierter Strichvariation.
- Schraubkappe: Die Kappe wird aufgedreht, nicht aufgesteckt – das sichert die Feder zuverlässig und schützt vor ungewolltem Austrocknen. Die Kappe lässt sich auch am Griffstück hinten aufstecken (Posten), ohne den Schwerpunkt wesentlich zu verschieben.
- Lackierter Stahlschaft, schwarzer Hochglanzlack: Die polierte Oberfläche liegt kühl und glatt in der Hand. Rhodinierte Akzente am Clip und den Zierringen ergänzen das Schwarz ohne Farbbruch.
- Füllsystem Patronen/Konverter: Kompatibel mit Pilot-Tintenpatronen und dem mitgelieferten CON-70N-Konverter für Flaschenfarbe. Der Konverter arbeitet mit einem Drehkolbensystem.
Anwendung & Tipps
- Strichvariation ohne Vorbereitung: Im normalen Alltagsschreiben schreibt der Falcon wie ein feiner Standardfüller. Wer Strichvariation möchte, erhöht gezielt den Druck auf dem Abwärtsstrich – das reicht aus, um deutlich breitere Linien zu erzeugen.
- Für Handlettering und kalligraphische Schriften: Mit der EF-Feder lassen sich sehr präzise Feinstriche ziehen und breite Abwärtsstriche kombinieren – ein Kontrast, der für Script-Schriften und westliche Kalligraphieformen gut funktioniert.
- Papier mit geringer Saugfähigkeit empfehlenswert: Glattes, tintenfestes Papier – wie Tomoe River – unterstützt den Tintenfluss beim Flexen besser als stark saugendes Papier. Wer die volle Strichbreite ausreizen möchte, sollte zudem eher eine nasse, gut fließende Tinte wählen.
- Tempo beim Flexen: Wer zu schnell über das Papier fährt während die Federschenkel gespreizt sind, riskiert Tintenaussetzer. Ein ruhiger, bewusster Duktus auf dem Abwärtsstrich gibt dem Tintenfluss Zeit, der Federöffnung zu folgen.
- EF oder F wählen: EF für maximale Strichvariation und feinste Grundlinie, F für ein gleichmäßigeres Alltagsschreiben mit angenehm weichem Lauf über das Papier.
- Konverter befüllen: Den Griffabschnitt abschrauben, Konverter einsetzen, Feder in Tintenglas tauchen, Kolben drehen bis der Konverter voll ist. Kurz abtropfen lassen, Feder abwischen – fertig.
Für Kalligraphie-Enthusiasten
Die Feder des Falcon ist in der Füllerfeder-Gemeinschaft als „Soft Nib" eingeordnet – Pilot selbst bewirbt sie nicht als Flexfeder, aber der Mechanismus ist derselbe: Druckzunahme auf dem Abwärtsstrich spreizt die Federschenkel, erhöht den Tintenfluss und verbreitert den Strich. Die EF-Feder produziert dabei den dramatischsten Kontrast zwischen Haar- und Schattenstrich, was sie für westliche Spitzfeder-Formen wie Copperplate oder Spencerian interessant macht – bei deutlich robusterem Handling als eine klassische Stahlspitzfeder. Japanische Federstärken fallen feiner aus als europäische Entsprechungen: Ein Falcon EF schreibt vergleichbar mit einem sehr feinen europäischen EF oder gar einem spitzen Nadelöhr. Wer die Feder täglich ohne Flexen einsetzt, profitiert von der Goldlegierung: 14-Karat-Gold dämpft die Rückmeldung vom Papier stärker als Stahl, was sich besonders auf raueren Papieroberflächen in einem ruhigeren Schreibgefühl zeigt. Für fließende, nassere Tinten ist der Falcon gut ausgelegt – farbintensive Eisengallustinten oder stark pigmentierte Tinten können den feinen Spalt der EF-Feder allerdings mit der Zeit verkleben und sollten regelmäßig ausgespült werden.
Technische Daten
| Modell: | Pilot Falcon, schwarz |
| Federstärken (verfügbar): | EF (Extra Fein), F (Fein) |
| Federmaterial: | 14-Karat-Gold, rhodiniert |
| Schaftmaterial: | Stahl, schwarzer Hochglanzlack |
| Zierteile: | Rhodiniert |
| Kappenverschluss: | Schraubkappe |
| Füllsystem: | Patronen-Konverter-System (Pilot-Patronen, CON-70N-Konverter) |
| Länge (geschlossen): | 139 mm |
| Länge (offen, ohne Kappe): | 126 mm |
| Länge (gepostet, mit Kappe): | 153 mm |
| Durchmesser: | 12,4 mm |
| Gewicht (mit Kappe): | 33 g |
| Gewicht (ohne Kappe): | 19 g |
| Herkunft: | Japan |
| Lieferumfang: | Pilot Falcon Füllfederhalter, CON-70N-Konverter |