Kuretake Gansai Tambi Aquarellfarbe No.19 POTTER'S PINK
Potter's Pink – No.19 der Gansai Tambi-Serie von Kuretake – ist ein gedämpftes, altrosa Erdton, dessen japanischer Traditionsname 退紅 (taikō) auf das verblichene Rosa antiker Textilien verweist. Die Farbe ist als handgefertigter Farbkuchen im großen Näpfchenformat gepresst und auf Wasserbasis formuliert. Mit einem feuchten Pinsel aktiviert, gibt sie eine cremig-weiche, gut verlaufende Pigmentmasse ab, die sich zwischen transparentem Aquarell und Gouache einordnet: deckender als westliche Aquarellfarben, aber durchscheinender als echte Deckfarbe.
Besonderheiten
- Pigmentzusammensetzung PG7 / PR101 / PW6: Die Dreikombination aus Phthalogrün, Eisenoxid-Rot und Titanweiß ergibt das charakteristische, leicht gebrochene Altrosa – weder süßlich-leuchtend noch vollständig gedeckt, sondern mit einer subtilen Tiefe, die auf weißem Papier anders wirkt als auf getöntem Untergrund.
- Großes Näpfchenformat (48 × 28 mm): Das überdimensionierte Pan erlaubt das Einladen breiter Flachpinsel und großer Aquarellpinsel; kein mühsames Abfärben winziger Näpfchen – die Arbeitsfläche ist großzügig genug für breite Lavierungen und Hintergrundwäschen.
- Cremig-weiche Konsistenz mit leichtem Glanz: Der Farbkuchen löst sich mit wenig Wasser geschmeidig auf und fließt auf glattem wie auf rauem Aquarellpapier gleichmäßig. In dicker Auftragung hinterlässt der Binder einen feinen Seidenglanz auf der getrockneten Oberfläche.
- Erhöhte Deckkraft im japanischen Stil: Durch die hohe Pigmentkonzentration bietet Potter's Pink mehr Körper als klassische transparente Aquarellfarben – helle Lasuren über dunklen Flächen sind möglich, ohne dass die Farbe vollständig versinkt.
- Handgefertigt in Japan: Jedes Näpfchen wird traditionell von Hand gefüllt; minimale Oberflächenrauhigkeit oder feine Risse im Farbkuchen sind herstellungsbedingt und beeinflussen die Malperformance nicht.
- Nicht dokumentenecht: Wie alle wasserbasierten Aquarellfarben ist Potter's Pink nicht dokumentenecht und wasserlöslich nach dem Trocknen – ideal für Mischtechniken, aber nicht für archivfeste Dokumentation geeignet.
Anwendung & Tipps
- Illustration und Skizze: Das gebrochene Altrosa eignet sich für Hauttöne, verwitterte Architekturflächen, botanische Illustrationen und alle Motive, bei denen ein erdiger Rosaton mit Zurückhaltung überzeugen soll – ohne zu dominant zu wirken.
- Kalligraphie und Brush Lettering: Die cremige Konsistenz fließt auf einer feinen Rundschriftpinselspitze kontrolliert; für breite Brush-Pen-Striche lässt sich die Farbe direkt im Näpfchen anlösen und per Pinsel übertragen. Auf glattem, kalandriertem Papier entstehen besonders saubere Lasurübergänge.
- Mischtechnik: Mit viel Wasser verdünnt ergibt Potter's Pink eine zarte, fast puderige Lasur für Hintergründe. Konzentriert aufgetragen und mit einem trockenen Pinsel verwischt, wirkt es fast wie Pastell – ein Effekt, der besonders auf Washi-Papier spürbar wird.
- Schichttechnik: Da PW6 (Titanweiß) enthalten ist, lässt sich Potter's Pink als helle Farbe über dunklere Töne setzen, sofern die untere Schicht vollständig getrocknet ist. Mit deutlich mehr Wasser verliert die Deckwirkung an Kraft – für Transparenz-Aufbau also dünn verdünnen.
- Papier: Empfohlen wird Aquarellpapier ab 300 g/m² oder japanisches Washi; auf glattetem Mixed-Media-Papier fließt die Farbe weicher, auf rauem Büttenpapier entstehen feinere Texturmuster in den Pigmentabsetzungen.
- Kombination innerhalb der Serie: Potter's Pink harmoniert mit den Erdtönen der Gansai Tambi-Serie – etwa mit Coral Pink (No.17), Pale Pink (No.18) oder den warmen Beige-Tönen – und lässt sich direkt im feuchten Zustand ineinander verlaufen.
Für Aquarell-Enthusiasten
Die Pigmentkombination PG7 (Phthalogrün) + PR101 (synthetisches Eisenoxid-Rot) + PW6 (Titanweiß) ist ungewöhnlich: Das Phthalogrün dient hier nicht als eigenständiger Farbton, sondern als Kühler, der das warme Eisenoxid-Rot in Richtung des charakteristischen, leicht graustichigen Altrosa verschiebt – ein Effekt, den man mit reinen Primärfarben kaum reproduzieren kann. PW6 erhöht gleichzeitig die Opazität und dämpft die Sättigung, was erklärt, warum Potter's Pink in dicker Auftragung fast pastellartig wirkt, in dünner Lasur aber einen kühlen, erdigen Hauch behält. Die Lichtechtheit hängt bei dieser Mischung stark von der Verdünnung ab: Je mehr Wasser, desto geringer die Pigmentdichte pro Fläche – bei stark verdünnten Lasuren sollten lichtempfindliche Arbeiten entsprechend geschützt aufbewahrt werden.
Technische Daten
| Serie / Name: | Gansai Tambi No.19 Potter's Pink (退紅 taikō) |
| Format: | Einzelnäpfchen (Pan) |
| Näpfchengröße: | 48 × 28 mm |
| Pigmente: | PG7 (Phthalogrün), PR101 (Eisenoxid-Rot), PW6 (Titanweiß) |
| Bindemittel / Basis: | Wasserbasis |
| Konsistenz: | Cremig, gepresster Farbkuchen |
| Dokumentenecht: | Nein |
| Herkunft: | Japan (handgefertigt) |
| Lieferumfang: | 1 Einzelnäpfchen |